Europa: Themen der Woche
(Europäische Union) – Was hat die öffentlichen Diskussionen und politischen Initiativen in Europa angetrieben? Was beschäftigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission in der Europa Woche 2024/40? Das und noch viel mehr – hier:
- Rangeleien im Europaparlament: Machen Manche aus Egoismus dicke Backen? Siehe unten.
- In Paris hatte der neue Premierminister Barnier seinen ersten großen Auftritt – In Brüssel stand sein britischer Kollege Starmer erstmals auf der Matte. Details siehe unten.
- Europäische Flugzeuge sind gefragt: Aus Asien kommt eine fette Bestellung: Scrolle weiter.
Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND
Europa Woche 2024/40

Europäisches Militär hilft Israel:
Die Abwehr des massiven Raketenattacke aus dem Iran auf den jüdischen Staat ist neben dem Einsatz von US-Streitkräften auch durch europäische Militärunterstützung gelungen. Der britische Verteidigungsminister John Healey war laut dem Newsportal Politico noch in der Angriffsnacht auf einen Stützpunkt in Zypern geflogen. Von dort kam die Bestätigung, die Royal Army habe „ihren Teil“ zum Abschuss der wohl an die 200 Geschosse beigetragen.
Politico vermutet, dass zur NATO gehörige britische Jets und Radars aktiviert wurden. Verschiedene Medien gehen davon aus, nun werde Israel Raketenabschussorte des Iran und Energieanlagen bombardieren. Die Ölpreise sind aus Angst vor Versorgungsunterbrechungen schon mal gestiegen. https://www.politico.eu/newsletter/london-playbook/the-middle-east-ignites/ https://finanzmarktwelt.de/oelpreis-steigt-iran-israel-324759/
Es darf keine weitere Beschwichtigung gegenüber dem Iran geben – Der Kandidat für den Parteivorsitz der Konservativen Robert Jenrick will kein Pardon

Neue Sanktionen gegen die Mullahs?
Noch vor der Attacke des islamistisch regierten Irans stand im Europarat eine Debatte über den Umgang mit dem Erzfeind des jüdischen Staates auf der Agenda. Die kontinentale Menschenrechtsorganisation mit 46 Mitgliedstaaten soll in Straßburg die EU-Politik gegenüber Iran neu ankurbeln. Die Rede ist von schärferen Sanktionen, einem Stopp der Exporte für Überwachungstechnik und einer EU-weiten Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation. tagesspiegel.de (Europarat)
Frankreichs Moment der Wahrheit:

Der neue Premierminister Michel Barnier will die massiven Probleme in Paris durch drastische Maßnahmen auch ohne eigene Mehrheit durchboxen. In seiner Einstandsrede nannte der 73-jährige einstige EU-Brexitverhandler als ein Ziel, die laut EU-Vorschriften doppelt so hoch wie erlaubten Schulden abzubauen. Sein Rezept: Kürzung der Staatsausgaben, effizientere Mittelverwendung und Steuererhöhungen.
Dem Konservativen droht nächste Woche ein Misstrauensvotum der linken Front Populaire. Sollte die größte Fraktion dabei Unterstützung durch die Rechtspopulisten von Marine Le Pen erhalten, wäre Barniers Amtszeit vorbei. Das wäre nur drei Wochen nach der Ernennung durch Präsident Emmanuel Macron. https://www.euractiv.de/section/innenpolitik/news/barnier-sets-out-key-policy-priorities-for-france-hoping-brussels-would-hear/
„Wir haben keine Wahl“ – Michel Barnier empfindet sich als alternativlos
Europa Woche 2024/40
Machtkämpfe in Brüssel:
Die parlamentarische Anhörung für die designierten EU-Kommissare wird zum nationalen und parteipolitischen Messerwetzen. Viele Europaabgeordnete wollen zeigen, dass sie gegenüber den mächtigen EU-Institutionen trotz mangelnden Rechts auf Gesetzesinitiativen Einfluss haben. Sie möchten mehr als nur das Abnicken des „Kabinetts“ von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Beispiele:
- Der parteilose Costas Kadis aus Zypern, Fischereikommissar in spé, soll darlegen, ob er als Ex-Umweltminister ein EU-finanziertes illegales Abfallprojekt hätte verhindern können.
- Der nationalkonservative Ungar Olivér Várhelyi soll Gesundheitskommissar werden, steht aber als EU-Kritiker im Fadenkreuz.
- Die spanische Sozialistin Teresa Ribera soll als Oberaufseherin der Klimapolitik ungeeignet sein, weil sie die Atomkraft zu stark ablehnt.
- Die schwedische Christdemokratin Jessika Roswall ist als Umweltkommissarin verdächtig, weil ihre Regierung beim EU-Naturschutz bremst.
Europapremiere mit Haken:

Neuanfang für EU und UK?
Viereinhalb Jahre nach dem bitteren Brexit hat Großbritannien versucht, einen konzilianteren Kurs gegenüber der Europäischen Union (EU) anzudeuten. Diesen Eindruckt versuchte Premierminister Keir Starmer jedenfalls bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel zu erwecken. Doch die ebenso freundliche wie unverbindliche Visite bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist dort eher skeptisch bewertet worden.
Man wisse weiterhin nicht genau, was der Labour-Politiker eigentlich will, hieß es nach der Stippvisite. Der Wunsch Londons, gemeinsam gegen irreguläre Migration vorzugehen, blieb unbeantwortet. Ein eigentlich anvisiertes neues Mobilitätsprogramm, das jungen Menschen ermöglichen soll, eine Zeitlang auf beiden Seiten des Ärmelkanals zu leben und zu arbeiten, ließ Starmer zu Hause. In der Heimatfront trifft das auf scharfe Ablehnung und den Verdacht, der Jugendaustausch könne verdeckte Zuwanderung auslösen. sueddeutsche.de
Wir sind entschlossen, die Brexit-Jahre hinter uns zu lassen und eine pragmatischere und reifere Beziehung zur Europäischen Union aufzubauen – UK-Premier Keir Starmer will möglichst viel Gleichschritt mit seinen engsten Verbündeten, die jedoch skeptisch sind.
Europa Woche 2024/40

Großauftrag für Airbus:
Die philippinische Fluggesellschaft Cebu Pacific hat beim europäischen Flugzeugbauer Airbus exakt 70 neue A321neo-Flieger fest in Auftrag gegeben. Die Maschinen der neuesten Generation werden zum großen Teil am deutschen Standort in Hamburg-Finkenwerder endgefertigt und ausgeliefert. Die Fluglinie Cebu Pacific will einer der führenden Low-Cost-Carrier im asiatisch-pazifischen Raum werden. Sie begründet die Order mit dem Willen, „höchste Servicestandards“ zu bieten. Sie möchte auch den CO2-Fußabdruck „deutlich zu reduzieren“.
Der mit großer Reichweite ausgestattete Typ A320neo zeichnet sich durch neue Triebwerke aus. Er hat auch verbesserte Aerodynamik. „Neo“ steht für „New Engine Option“. Airbus hat den Flieger bereits mehr als 6.500-mal an über 90 Kunden weltweit verkauft.
Europa Woche 2024/40

4.381.324 km²
So groß ist die Fläche aller 27 EU-Staaten zusammengenommen. Das ist über eine Million Quadratkilometer mehr, als der asiatische Subkontinent Indien groß ist. ec.europa.eu/eurostat
Europa Woche 2024/40

Auch das noch…

In Kroatien liegt nicht nur die kleinste Stadt der EU sondern auch die winzigste weltweit. Das romantische Städtchen Hum hat nur 28 Einwohner. meinbezirk.at
Europa Woche 2024/40
Kommentare unten sind willkommen!
Entdecke mehr von http://www.european.expert
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E‑Mail zu erhalten.
