Europa: Themen der Woche

(Europäische Union) – Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission in der Europa Woche 2024/41? Das und noch viel mehr – hier:

  • Hat Russland die Ukraine so zusam­men­ge­schossen, dass die Verhand­lungen anstrebt? Siehe unten.
  • Harter Schlag­ab­tausch mit Orbán im EU-Parlament. Details siehe unten.
  • Es gibt noch ein Netz der Ahnungs­losen in Europa… Scrolle weiter.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

Europa Woche 2024/41

Ich bin empört! – Meine Meinung zu angeblichen Friedenszeichen aus Kyjiw

Der erheblich unter Druck stehende ukrai­nische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zum Waffen­still­stand bereit – an der aktuellen Front­linie. Das hat die seriöse italie­nische Tages­zeitung “Corriere della Sera” behauptet. Die Nachricht ging wie ein Lauffeuer als Eilmeldung um die Welt. Es wäre eine Sensation. Hatte das 46-jährige Staats­ober­haupt doch stets erklärt, ohne Total­rückzug der völker­rechts­widrig einge­drun­genen Russen werde er sich mit niemand zusammensetzen.

Die Meldung hat einen Schön­heits­fehler: Sie ist ohne jede Quellen­angabe verbreitet worden. Kyjiw hat sie demen­tiert. Handelt es sich also um einen Versuchs­ballon? Oder eine Desin­for­mation? Oder ein Missver­ständnis? Das weiß ich nicht. Aber:

Sollte der unermüdlich und freundlich die Welt beschwö­rende Selenskyj tatsächlich eigenes Land ins diplo­ma­tische Sandkas­ten­spiel einbringen wollen, könnte das zwei Dinge zeigen. 

Erstens: In der Ukraine lässt der Kampfes­wille nach, was ich bezweifele. Oder zweitens: Der Westen – auch wir Deutschen – hat das uns zugeneigte ukrai­nische Volk verraten. Wir haben uns geweigert, Kyjiw bis an die Zähne zu bewaffnen. Deshalb kann es die brutalen Eindring­linge nicht hinaus­werfen. Unsere Hasen­fü­ßigkeit hätte der Ukraine einen furcht­baren nutzlosen Blutzoll abver­langt. Und dem Kreml einen Sieg.

Ich würde mich schämen. Es wäre unerträglich, wenn (auch) die deutsche Bundes­re­gierung daran beteiligt sein sollte. Selenskyj zu zwingen, dem gesuchten Kriegs­ver­brecher Wladimir Putin auch nur einen Quadrat­zen­ti­meter freien europäi­schen Bodens mitsamt Bevöl­kerung zuzuschieben, geht zu weit!

„Wie bitte? Und was sage ich den Angehö­rigen der Frauen von Butscha? Und was sage ich den Eltern der vielen verschleppten Kinder? Die Ukraine soll jetzt einen Kompromiss eingehen?“ – Boris Pistorius

Verbaler Faustkampf im EU-Parlament:

Zu einer selten aggres­siven Ausein­an­der­setzung ist es im Europäi­schen Parlament anlässlich eines Auftritts des natio­na­lis­ti­schen Minis­ter­prä­si­denten von Ungarn gekommen. Viktor Orbán die Pläne für seine turnus­gemäße EU-Ratsprä­si­dent­schaft erläutert. Dabei forderte er eine Kehrt­wende in zentralen Bereichen der EU-Politik wie Klima, Energie und Vertei­digung. Zudem behauptete Orbán, Migranten seien für Antise­mi­tismus und Homophobie verant­wortlich. rnd.de +++ Danach krachte es: de.euronews.com

Wie kann es sein, dass die ungarische Regierung russische Staats­an­ge­hörige ohne zusätz­liche Sicher­heits­kon­trollen in unsere Union einlädt? Wie kann es sein, dass die ungarische Regierung der chine­si­schen Polizei erlaubt, auf ihrem Terri­torium zu operieren? – U. v. d. Leyen holte großes Besteck gegen Orbán heraus.

Niemand will Sie sehen. Sie sind allein, Sie sind am Rand. - Der Chef der konser­va­tiven EVP-Fraktion, Manfred Weber (CSU), legte nach. 

Ein echter Patriot berei­chert sich nicht auf Kosten des Vater­landes – Die sozial­de­mo­kra­tische EU-Frakti­ons­chefin Iratxe García Pérez schäumte vor Wut.

Europa Woche 2024/40

Ende einer Dienstzeit?

Foto: francetvinfo.fr

Frank­reichs Premier­mi­nister Michel Barnier hat mögli­cher­weise das Ende seiner erst vor einem Monat begon­nenen Amtszeit einge­leitet. Er tat dies mit der Vorlage seines Haushalts­ent­wurfs. Zwar hat der Konser­vative trotz fehlender Mehrheit dank der Rechts­po­pu­listen ein Misstrau­ens­votum der Linken als größter Fraktion überlebt. Aber sein beispiel­loser Sparetat für das extrem verschuldete Land (110 % der Wirtschafts­leistung) gebiert Gegner. 

So will Barnier 40 Milli­arden Euro Ausgaben einsparen, Unter­nehmens- und Reichen­steuern erhöhen sowie die Strom­ab­gaben verdoppeln. Renten sollen „einge­froren“ werden, was schon Präsident Emmanuel Macron bei den Wahlen auf die Füße gefallen ist. Nur das Militär bleibt ungeschoren. derstandard.de

Europa Woche 2024/41

Europas Wirtschaft Europawoche 2024/35

Kühle Kriegs­kal­ku­lation:

Angesichts der weltpo­li­ti­schen Spannungen hat die Versi­che­rungs­börse Lloyd’s of London berechnen lassen, welche wirtschaft­lichen Verluste ein geopo­li­ti­scher Konflikt verur­sachen könnte. Das Unter­nehmen kommt auf 14,5 Billionen US-Dollar, kalku­liert für ein halbes Jahrzehnt. 

Die Berechnung beinhaltet schwere Schäden an der Infra­struktur und die Gefährdung von Schiff­fahrts­wegen. Auf Letzteren bewegen sich mehr als 80 % der weltweiten Im- und Exporte (etwa elf Milli­arden Tonnen Güter). Die Handels­routen im Schwarzen und im Roten Meer sind bereits durch die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen gestört. lloyds.com

Europawoche 2024/35

6 %

Kaum vorstellbar, aber wahr: Es gibt noch Europäer, die noch nie online waren. Und zwar genau sechs Prozent der 16- bis 74-jährigen Bevöl­kerung. Für diese Menschen wird der Alltag immer schwie­riger. Denn ob Bankge­schäfte, Termine, Tickets oder Steuer­erklärung: Vieles wird nur noch online angeboten. destatis.de


Europa Woche 2024/41

Europawoche 2024/35

Auch das noch… 

Viren­schutz ist Alltags­pflicht: Die Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sation (WHO) ruft zum Schutz der Atemwege. Jeder kann das tun: Impfung, krank zu Hause bleiben, Maske in Menschen­mengen tragen, regel­mäßig Hände waschen, Lüften von Räumen. who.int

Europa Woche 2024/41


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