(Europäische Union) – Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission in der Woche 2024/44? Mein Rückblick:

  • Es gibt eine fragwürdige Russland-Connection in höchsten EU-Staats­ämtern. Mehr dazu: Scrolle weiter ⤵️.
  • Europa könnte einen eigenen Geheim­dienst aufbauen. Könnte. Details siehe unten ⤵️.
  • Chinas günstiger Online-Händler Temu könnte eine saftige EU-Geldbuße bekommen. Siehe unten ⤵️.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa

2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa

Lasst uns an die eigene Nase fassen!

Vermasseln wir Westeu­ropäer uns gerade selbst die Chance, unser freiheitlich-demokra­ti­sches Leben zu vertei­digen? Es sieht fast so aus. 

Die Lage: In Moldau hat das westliche Lager ein EU-Beitritts­re­fe­rendum nur hauchdünn gewonnen. In Georgien hatte Moskau bei der Parla­mentswahl tief seine Finger im Spiel – erfolg­reich. In Bulgarien ist seit der Wahl vom vorigen Sonntag jeder dritte Abgeordnete ein extremer EU-Gegner. Ungarns Viktor Orbán setzt mehr auf Russland und China als auf die EU. Auch Robert Ficos Slowakei setzt sich offen ab. Usw. usf. 

Russlands wachsende Einfluss­nahmen zeigen, wie verletzlich die EU ist. Die 27 Mitglied­staaten und ihre Insti­tu­tionen agieren oft passiv und reaktiv. Das erleichtert politische, kultu­relle und mediale Einmischung.

Aber: Dass manche Menschen Moskau mehr mögen als Madrid – das könnte auch an uns selbst liegen. Westeuropa ist offenbar nicht mehr attraktiv genug, um Bürger massenhaft zu begeistern. Ist die EU zu intrans­parent, zu komplex, zu träge? 

ICH meine: Sattheit reicht nicht mehr. Die EU muss sich neu erfinden und WIEDER echte ANZIEHUNGSKRAFT bieten. Was würdest DU, was würden SIE in Europa ändern? Kom­mentare sind unten willkom­men! ⤵️


USA-Wahl: Was wird aus Europa? 

Nächste Woche ist es soweit – die USA wählen am Dienstag 5. Oktober das Staats- und Regie­rungs­ober­haupt . Die Politik in Europa blickt recht bange in Richtung Weißes Haus. Wird Populis­ten­könig und Ex-Präsident Donald Trump die Nase vorne haben? Oder hat die links­de­mo­kra­tische Vizeprä­si­dentin Kamala Harris bessere Chancen? Kurz vor knapp liegen beide gleichauf… tagesschau.de (Umfra­gen­kritik) focus.de (Wer ist besser für uns?)

Wir, die USA, zahlen nicht dafür. Europa zahlt dafür. – Das sagt ein „langjäh­riger Trump-Berater“ über den künftigen Umgang mit dem Ukraine-Konflikt.

Was wünschen SIE sich von den USA? Schreiben Sie es ganz unten in die Kommentare! ⤵️


Böser Bube trabt nach Tiflis:

Ungarns Premier Viktor Orban sorgt in der EU für Empörung. Kurz nach den umstrit­tenen Wahlen in Georgien reiste er nach Tiflis. Er gratu­lierte der russland­freund­lichen Regierung und riet ihr, die EU-Kritik zu ignorieren. Die EU-Kommission betonte ausdrücklich, Orban habe für diesen Besuch kein Mandat.

Während­dessen wurden in Georgien Stimmen neu ausge­zählt – nichts änderte sich. Beobachter kriti­sieren aller­dings weniger die Zahlen als die Wahlbe­din­gungen: Stimmenkauf, Desin­for­mation, Wähler­druck. Zehntau­sende folgten einem Protest­aufruf der proeu­ro­päi­schen Präsi­dentin Salome Surabi­schwili, die das Wahler­gebnis nicht anerkennt. Nützt aber wohl nichts. Es bleibt bei 53 : 38. spiegel.de


2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa

Russlandfreunde in der EU:

Der ungarische Premier Viktor Orbán gilt bei EU- und NATO-Partnern zunehmend als Sicher­heits­risiko. Sein slowa­ki­scher Kollege Robert Fico wird ganz genauso wahrge­nommen. Der Natio­nal­kon­ser­vative und der Links­po­pulist fahren einen betont russland­freund­lichen Kurs. 

Orbán hatte vorgestern (Mittwoch) ein NATO-Treffen „geschwänzt“, bei dem das Verhältnis zwischen Budapest und Moskau besprochen werden sollte. Schwedens Premier Ulf Krist­ersson wirft Ungarns Macht­haber vor, nicht für die EU, sondern womöglich für Russland zu sprechen. spiegel.de

Fico hat sich unter­dessen eine tägliche Propa­ganda-Show des russi­schen Staats­fern­sehens zuschalten lassen. Dort gab er dem Westen eine Mitschuld am Ukraine-Krieg und kriti­sierte Sanktionen gegen Russland. Er will nächstes Jahr in Moskau an den Feiern zum 80. Jahrestag des Weltkriegs­endes teilnehmen. politico.eu

Warum schließt sich Orbán nicht mit Putins Russland und einigen anderen autori­tären Staaten dieser Art zusammen? – Polens Vize-Außen­mi­nister Władysław Teofil Barto­szewski hält Orbán für EU- und ukraine-feindlich.


Terrorhilfe aus Europa:

Die arabische Terror­gruppe Hamas kann ihre Finan­zierung in Europa trotz Verbotes in Deutschland und anderen Ländern weiter ausbauen. Das dokumen­tiert das European Leadership Network (ELNET), das deutsch-israe­lische Bezie­hungen fördert. Hamas-Unter­stüt­zer­gruppen arbei­teten „unter ziviler Fassade“ besonders in Deutschland und Großbri­tannien. ELNET fordert schärfere Sanktionen und eine engere Überwa­chung dieser Gruppen durch die EU-Regie­rungen. mena-watch.com

Gefahr im Gasherd:

Die European Public Health Alliance (EPHA) fordert die schritt­weise Abschaffung von Gasherden. Jährlich sterben rund 40.000 Menschen in Europa an Schad­stoffen. Diese Schad­stoffe stecken im Stick­stoff­dioxid (NO₂). Sie entstehen beim Kochen mit Gas und können Herz- und Lungen­krank­heiten verur­sachen. Angesichts der weiten Verbreitung von Gasherden in jedem dritten europäi­schen Haushalt sollten emissi­onsarme Alter­na­tiven gefördert werden. derstandard.at


2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa

„Gestatten? Bond. Jean-Jaques Bond.“

Die EU braucht einen eigenen Geheim­dienst zur Abwehr von Spionage und Sabotage. Das fordert Finnlands Ex-Präsident Sauli Niinistö in einem Sicher­heits­be­richt für die Europäische Kommission. Darin sind Maßnahmen zur Stärkung der zivilen und militä­ri­schen Vorsorge und Einsatz­be­reit­schaft Europas aufge­führt. Niinistö möchte einen „vollwer­tigen Nachrich­ten­dienst auf EU-Ebene“ für strate­gische und operative Aufgaben. 

Außerdem schlägt der Finne ein Anti-Sabotage-Netzwerk vor. So sollen EU-Haushalte befähigt werden, bei einer Attacke mindestens 72 Stunden lang autark agieren zu können. euractiv.de germany.representation.ec 

Die EU und ihre Mitglied­staaten sind das Ziel immer dreis­terer hybrider Kampagnen. - Finnlands einstiges Staats­ober­haupt Sauli Niinistö Sauli möchte Putin & Co in die Schranken weisen


EU-Verfahren gegen Chinas Temu:

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Dem weltweit expan­die­renden chine­si­schen Online-Großhändler Temu geht es womöglich an den Kragen – zumindest in Europa. Die EU-Kommission hat nach Drohungen ein tatsäch­liches Verfahren einge­leitet, um die Geschäfts­prak­tiken der Plattform zu unter­suchen. Das Unter­nehmen verkaufe womöglich illegale und gefähr­liche Produkte, heißt es in Brüssel. 

EU-Kritik gibt es auch am Design der Website, das Käufe durch Beloh­nungen fördern und zur Abhän­gigkeit führen soll. Bei nachge­wie­senen Verstößen könnte ein Bußgeld von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahres­um­satzes fällig werden. Das Brüsseler Verfahren gegen Temu kommt in Zeiten wirtschaft­licher Spannungen mit China. Ab sofort gelten EU-Zusatz­zölle für Elektro­autos aus China. tagesschau.de 

2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa


Saudis greifen nach Europa

Mann aus Saudiarabien 2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa
Der saudische Energie­mi­nister Prinz Abdualziz Bin Salman Al-Saud / Foto: WELT

Europa ist in Gefahr, sich wie gegenüber Russland in eine neue Energie-Abhän­gigkeit zu begeben. Das ist nach Ansicht von Experten das Risiko aus der Wasser­stoff-Partner­schaft, die das arabische König­reich Saudi-Arabien derzeit entwi­ckelt. „Damit wiederholt sich eine Entwicklung, die auch auf sicher­heits­po­li­ti­scher Ebene zu beobachten ist,“ heißt es.

Hinter­grund: Die Saudis setzen auch mit Blick auf das Versiegen von Ölquellen zunehmend als globaler Energie­lie­ferant der Zukunft. Sie inves­tieren Milli­arden in die Produktion von grünem Wasser­stoff. Dieser wird aus erneu­er­baren Energien wie der reichlich vorhan­denen Sonne und Windkraft gewonnen.

Zugleich wächst Europas Bedarf an Wasser­stoff, da die EU ihre CO₂-Emissionen reduzieren und auf fossile Brenn­stoffe verzichten möchte. Eine Partner­schaft soll beide Seiten zusam­men­bringen. Das ist schön für die Betei­ligten. Doch sie verschiebt Europas geopo­li­tische Abhän­gigkeit strate­gisch von Russland nach Arabien. welt.de

Inter­essant wird die Frage, zu welchem Preis Saudi-Arabien liefert und in welchem Maße die Bundes­re­gierung subven­tio­niert. – Senior Editor Daniel-Dylan Böhmer von der WELT stellt Fragen.



Europawoche 2024/35

54%

In der EU werden mehr als 54% des gesamten Abfalls recycelt. Das ist die höchste Recycling­quote weltweit. Deutschland führt mit einer Rate von über 67%.

2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa

Europawoche 2024/35

Beeinflusserstadt Brüssel: 

Mehr als 30.000 Lobby­isten arbeiten in Brüssel – das sind fast doppelt so viele wie EU-Beamte.

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