Europa im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Erster spontaner Kommentar zum Sieg von Donald Trump bei der Präsi­den­tenwahl in den USA. Das Ergebnis dieser Wahl betrifft die Europäische Union (EU) stark. Europa musste bei beiden Kandi­daten damit rechnen, dass sich die EU gegenüber dem Weißen Haus neu aufstellen muss – aber ganz besonders bei diesem Republi­kaner… Stich­worte: Europa Wahl USA

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Europa Wahl USA – Fotos: KI

Von Wolf Achim Wiegand

Good morning, America! 

Während Europa die Betten gehütet hat, ist sie beendet worden, die Herzflim­merwahl am anderen Ufer des Großen Teiches. Und zum Frühstück haben wir uns die Augen gerieben.

Donald Trump ist durchmarschiert!

Doch Schlaf­müt­zigkeit können wir uns nicht leisten. Denn, hallo – wer richtig hingehört hat, der muss bemerkt haben, dass beide Kandi­daten für uns Europäer kalte Duschen bereit­ge­halten hatten. Wir haben das gewusst und befürchtet. Aber wir haben auch gerne weggehört. Unsere Füße steckten ja wohlig warm in dicken Pantoffeln.

Doch nun ist klar: Die künftige US-Adminis­tration wird mehr über den Pazifik blicken und weniger über den Atlantik. Der Handel zwischen USA und EU wird natio­naler abgewi­ckelt werden und weniger multi­la­teral. Der Strahl aus der ameri­ka­ni­schen Vertei­di­gungs­gieß­kanne wird dünner werden. Europa wird in vielen Bereichen ohne die bisherige Anlehnung agieren müssen. 

Europa Wahl USA
Traurige Europäer vor dem Weißen Haus / Foto: KI

Die absehbar gewesene trans­at­lan­tische Kneippkur kommt zum ungüns­tigen Zeitpunkt. Europa ist politisch zerrissen. Ein Staat wie Frank­reich ist im Grunde bankrott. Und in Deutschland – und anderswo leider auch – baden einige gerne lauwarm mit dem aggres­siven Putin.

Wir hätten es schon längst tun müssen. Jetzt aber erst recht: Europa braucht klare Entschei­dungen. Wir müssen festlegen, wie wir uns als Union im Inneren und im Äußeren für die Zukunft aufstellen. Außerdem müssen wir beschließen, wie wir das erreichen wollen. 

Bleiben wir Europäer zu lange in der warmen Komfortzone stehen, wird uns der eisige Strahl aus dem Washing­toner Duschbad schwer treffen. Das könnte zum Schock­zu­stand führen. Wir Europäer müssen aufpassen, dass uns nicht mehr ereilt, als nur kalte Füße. 

In alledem steckt auch eine Chance. Duschen können wieder wärmer werden. Wenn man sie richtig regelt.

Ein Kommentar von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung

Europa Wahl USA

Ich habe keine roten Linien, ich kenne nur Horizonte. – Emmanuel Macron hat das vor Jahren in europa­po­li­ti­schem Reform­eifer gesagt. Es ist lange her. Niemand hörte auf ihn.

Bald mehr aus Europa.

Europa Wahl USA

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