(Europäische Union) – Europa im Blick­punkt: Was geschah Spannendes in Europa-Woche 2024/49? Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission? Hier meine Nachrich­ten­auswahl im Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

  • Frank­reich-Krise beschädigt Europa – Lahme Enten mach die EU schwach. Scrolle weiter⤵️.
  • Wahl-Showdown beim Ukraine-Nachbarn: Kippt Rumänien Richtung Russland? Details: Unten ⤵️.
  • Verdacht gegen einstigen EU-Kommissar: Geld gewaschen? Siehe unten ⤵️.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)

Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

Zwei lahme Enten:

Europa Blickpunkt - Woche 2024/49

Es war zwar ein erwar­teter Blitz­schlag. Dennoch schlug er donnernd ein. Die parla­men­ta­ri­schen franzö­si­schen Rechts- und Links­extre­misten haben ein erfolg­reiches Misstrau­ens­votum erreicht. Die Regierung des konser­va­tiven Premiers Michel Barnier ist nach nur drei Monaten Amtszeit weg vom Fenster.

Der Schock deutet auf eine tiefe politische Krise. Durch etliche Fehlkal­ku­la­tionen hat Präsident Emmanuel sein Land ins Ungewisse gestürzt. Das Problem, die laut EU-Recht unzulässige uferlose Staats­ver­schuldung abzubauen, bleibt auf dem Tapet. Die sozialen Spannungen bleiben ungelöst. Und die Opposition mit Marine Le Pen (Rechte) und Jean-Luc Mélenchon (LINKE)? Sie bleibt in Feind­schaft fest vereinigt. Ihr gemein­sames Ziel: Macron verdrängen, selbst in den Elysee-Palast einziehen.

Europa Blickpunkt - Woche 2024/49
Macrons TV-Ansprache: „Das Mandat werde ich vollständig bis zum Ende ausführen.“

Für Europa ist die franzö­sische Malaise tragisch. Da auch in Deutschland keine handlungs­fähige Regierung amtiert, sind die wichtigsten Länder auf längere Zeit zu lahmen Enten geworden. Dabei drohen die russische Aggression, aufkom­mende Handels­kon­flikte, innere Spannungen und Donald Trump ante portas. Das alles ergibt keine gute Perspektive für die EU. Siehe auch european.expert

Reaktionen:

  • „Alles läuft auf den baldigen Macht­an­tritt politi­scher Extre­misten in Paris hinaus.” – Das ahnt die öster­rei­chische Zeitung „Standard“
  • „Macron ist dafür zumindest teilweise selbst verant­wortlich.” – Das findet der „Volks­krant“, Niederlande
  • „Frank­reich muss sparen und funktio­nieren, auch für Europa.“ – Das meint die „Neue Zürcher Zeitung“

Rumänien entscheidet am Wochenende, ob ein kreml­treuer Rechts­extremist oder eine liberale EU- und NATO-Befür­wor­terin das höchste Staatsamt bekommt. Bei der Präsi­den­tenwahl vor 14 Tagen hatte sich der bis dahin unbekannte Călin Georgescu als Sieger quali­fi­ziert. Auch die Bürger­meis­terin und Ex-Kriegs­re­por­terin Elena Lasconi quali­fi­zierte sich. Georgescu hatte seinen Wahlkampf ausschließlich über die chine­sische Social­Media-Plattform TikTok bestritten. Er will dafür keine illegalen Gelder bekommen haben, auch nicht aus Moskau.

Eine Betrugs­klage beim obersten Gericht schlug fehl. Dafür überwacht die EU jetzt TikTok. Sie schaut, ob womöglich unerlaubte Algorithmen den Überra­schungs­kan­di­daten puschen. Der Präsident in Bukarest bestimmt die Außen- und Vertei­di­gungs­po­litik des Schwarz­meer­staates an der Ukraine-Grenze. Deshalb ist die finale Wahl für NATO und EU höchst bedeutsam. euractiv.de x.com/AuswaertigesAmt spiegel.de


Europa soll sicherer werden: 

Polen will seine turnus­gemäße EU-Ratsprä­si­dent­schaft ab 1. Januar dazu nutzen, die europäische Sicherheit zu verbessern. Besonders im Fokus stehe dabei die Finan­zierung des „Ostschilds“ gegenüber Russland und Belarus, teilt die Regierung in Warschau mit. Dabei sind gemeinsame EU-Kredite (Eurobonds) im Gespräch, was Deutschland bislang ablehnt. 

Unser Nachbarland will den Begriff Sicherheit aber nicht nur militä­risch verstehen, sondern auch andere Bereiche erfassen. Dazu gehören Energie (Abkehr von externen Quellen), Ernährung (Schutz hoher Standards) oder Gesundheit (unabhängige Medika­men­ten­pro­duktion). Die polnische Präsi­dent­schaft folgt der Ungarns, die von Allein­gängen und nicht mehrheits­fä­higen Ideen von Regie­rungschef Viktor Orbán geprägt war. euractiv.de 

Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

Ex-Justizkommissar kriminell? 

Europa Blickpunkt - Woche 2024/49

Schwerer Verdacht gegen Didier Reynders, der bis zum Amtsan­tritt der neuen EU-Kommission am vergan­genen Sonntag das Justiz­ressort geleitet hat. Der Chefan­kläger seines Heimat­landes Belgien wirft dem 66-Jährigen politi­schen Schwer­ge­wicht Geldwäsche vor. Jahre­lange Ermitt­lungen hätten ergeben, dass Reynders über Glück­spiele große Mengen illegaler Zahlungen einge­schleust hat. Die Herkunft der Summen in ungenannter Höhe ist laut Medien­be­richten unklar. 

Der Liberale sei vernommen und seine Immobilien seien durch­sucht worden. Der promi­nente Jurist war früher in Belgien Finanz­mi­nister und Außen­mi­nister. Der Fall schickt neue Schock­wellen durch die EU-Insti­tu­tionen, die 2024 einen heftigen Korrup­ti­onsfall in sozial­de­mo­kra­ti­schen Reihen verkraften mussten. stuttgarter-zeitung.de

Tricky Uschi: 

Europa Blickpunkt - Woche 2024/49

Mit einem Kniff will EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen am Wochenende nach 25 Verhand­lungs­jahren eine Freihan­delszone gründen. Sie plant die größte dieser Art weltweit. Das deutete die Christ­de­mo­kratin kurz vor dem Abflug nach Monte­video an, der Haupt­stadt von Uruguay. Dort wolle sie mit der südame­ri­ka­ni­schen Mercosur-Zone den Abschluss des Dauer­themas verkünden. 

Einige EU-Länder wie Frank­reich und Polen lehnen den Mercosur-Pakt ab – wegen drohender Agrar­kon­kur­renten. Andere – wie deutsche Autobauer – sehen einen Alter­na­tiv­markt für den US- oder China­markt. Um die EU-Einstim­migkeit zu vermeiden, wird das Abkommen wohl in einen Handelsteil und in einen politi­schen Teil gesplittet. Das gäbe grünes Licht für einen gemein­samen Markt ohne Zölle. Es würde auch andere Hemmnisse für 700 Millionen Menschen in der EU, Argen­tinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay besei­tigen. zeit.de

Die größte Handels- und Inves­ti­ti­ons­part­ner­schaft, die die Welt je gesehen hat - Ursula von der Leyen will das schaffen 


EU bestraft Bulgarien: 

Die Europäische Kommission hat Auszah­lungen an Bulgarien aus dem Corona-Wieder­auf­baufond gestoppt. Der Grund: Verzö­ge­rungen bei vorge­schrie­benen Reformen von Energie, Korrup­ti­ons­be­kämpfung und öffent­licher Auftrags­vergabe. Das Parlament in Sofia muss innerhalb eines halben Jahres gewisse Libera­li­sie­rungen durch­winken. Macht es das nicht, hält Brüssel eine fällige Summe in Höhe von 653 Millionen Euro zurück. Andern­falls wird sie gekürzt.

Ein Grund für den bulga­ri­schen Schlen­drian ist eine seit Jahren andau­ernde politische Krise. Das Land geht in Kürze das achte Mal innerhalb von drei Jahren an die Wahlurnen. Nach jeder Abstimmung haben die Mehrheits­ver­hält­nisse instabile Koali­tionen hervor­ge­bracht. So ist Bulgarien das einzige EU-Land, das keinen Plan für die Energie­un­ab­hän­gigkeit von Russland hat. novinite.com


Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

Ganz Europa rauchfrei? 

Europa Blickpunkt - Woche 2024/49

Auch wenn es für die 27 Mitglieds­staaten nicht verpflichtend ist: Die EU könnte demnächst die größte tabak­qualm­freie Zone der Welt werden. Die Gesund­heits­mi­nister haben die Idee der EU-Kommission gebilligt. Deutschland hat sich enthalten. Sie wollen den Genuss von Tabak­pro­dukten und E‑Zigaretten im öffent­lichen Raum bannen. Langfristig ist auch ein Verkaufs­verbot für Personen angedacht, die nach 2010 geboren wurden. 

Ziel: die junge Generation vom Rauchen fernhalten. Im Europa­par­lament hat der Plan viel Kritik ausgelöst: Er könne zu einem Schwarz­markt führen und schränke indivi­duelle Freiheiten unzulässig ein. Die Befür­worter betonen u. a. Einspa­rungen durch weniger tabak­be­dingte Krank­heiten. Strenge Rauch­verbote gibt es bereits in Italien, Frank­reich, Großbri­tannien, Spanien und Irland. t‑online.de

Zigaret­ten­stummel in der Sandkiste und Rauchen neben Kindern im Schwimmbad? Nicht okay! – Öster­reichs grüner Gesund­heits­mi­nister mit dem passenden Namen Johannes Rauch ist für ein rauch­loses Europa


Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

Russen schießen – Spannung in der Ostsee:

Europa Blickpunkt - Woche 2024/49

Ein neu gemel­deter Zwischenfall zeigt, dass das Binnenmeer zwischen Skandi­navien und Mittel­europa immer mehr zum geopo­li­ti­schen Konflikt­gebiet wird. Russische Soldaten eines Marine­schiffes haben mit Signal­mu­nition auf einen deutschen Marine­hub­schrauber gefeuert. Die Bundeswehr inter­pre­tiert dies als Eskalation, obwohl es keine Schäden gab. Die Bundes­re­gierung fordert vom Kreml eine Erklärung. Weitere diplo­ma­tische Reaktionen sind möglich. 

Unter­dessen kommen die Ermitt­lungen nach der Durch­trennung zweier Untersee-Daten­kabel nur langsam voran. Ein womöglich verwi­ckeltes chine­si­sches Schiff liegt im Kattegat weiter fest. Experten halten es technisch und praktisch für unmöglich, solche Anlagen vollständig zu sichern. n‑tv.de

Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

Putin greift unsere Friedens­ordnung mit hybriden Taktiken an – Auf X zählt Annalena Baerbock auf, womit der Kreml uns bekämpft:


Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

Europawoche 2024/35

4.809

Das ist die Höhe des Mont Blanc in Metern. Er ist der höchste Berg Europas. Dies gilt ohne den Kaukasus, falls man ihn zu Asien zählt. Es ist überra­schend, dass der Mont Blanc nicht konstant gleich hoch bleibt. Schnee- und Eisan­samm­lungen verändern seine Höhe minimal jedes Jahr. Bei der letzten Messung im Jahr 2021 lag die Höhe sogar leicht darunter: 4.807,81 Meter.

Europa Blick­punkt – Woche 2024/48

Europawoche 2024/35

„Hamsterhorde vs. Airbus“ 

Ungewöhn­liches Drama in Lissabon: 132 Hamster brachen aus dem Frachtraum eines TAP-Fliegers aus. Die kleinen Fellknäuel eroberten das Flugzeug, krochen in alle Ecken. Man musste die Maschine komplett lahmlegen, den Flug canceln und stundenlang nach den Tieren suchen… erst dann ging es weiter! 

„Flughäfen sind kompli­ziert – besonders mit Hamstern“, kommen­tierte ein Mitar­beiter. aerotelegraph.com

Europa Blick­punkt – Woche 2024/49

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