Libanon Beirut: Es kommt mir heute wie im Traum vor. Vor 36 Jahren habe ich unter Gefahren in der libanesischen Hauptstadt eine Reportage gedreht. Damals tobte ein erbitterter Bürgerkrieg. Es bekämpften sich – grob ausgedrückt – die Christen und die Moslems. Das Kamerateam und ich wurden von Bodyguards bewacht. Bestimmte Zonen waren nur unter Lebensgefahr betretbar. Wir haben Tod und Zerstörung gesehen. Aber auch pure Lebensfreude.
Heute hole ich diesen Bericht aus der Mottenkiste hervor und stelle ihn wieder ein. Warum? Weil er erschütternder Weise zeigt: Das sympathische Mittelmeerland an den Grenzen von Syrien und Israel ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Die Vergangenheit wirkt weiter. Vieles, was 1988 galt, gilt immer noch!
Hamburg/Beirut (waw) – Die Welt schaut heute erneut auf den Libanon. Die kleine Nahost-Nation steht im Fokus des neben der Ukraine und dem Sudan härtesten Konfliktes unserer Zeit.
Vor wenigen Tagen erst hat Israel durch spektakuläre und gezielte Beeper-Explosionen eine ganze Riege von Aktivisten der Terrororganisation Hisbollah ausgeschaltet. Ein Husarenstück! Vorher und immer noch schaltet die Israelische Verteidigungsarmee (IDF) nach und nach militärische und politische Führer der Extremisten aus!
Und jetzt geht der Krieg gegen die seit einem Jahr raketenwerfenden Terroristen mit Luftangriffen weiter. Der Landessüden ist Israels Hauptziel. Dort konzentrieren sich die Hisbollah-Stellungen, aus denen heraus die Vernichtung des jüdischen Staates vorangetrieben werden soll. Es heißt, Tausende Menschen fliehen nach Beirut und in nördliche Regionen, was die Probleme des praktisch regierungslosen Landes verschärft.
Unser Krieg ist nicht gegen euch gerichtet, sondern gegen die Hisbollah, die euch als menschliche Schutzschilde benutzt. Nehmt unsere Warnungen ernst. Wenn die Operation vorbei ist, könnt ihr nach Hause zurückkehren. – Netanjahu an die libanesische Zivilbevölkerung.
Libanon Beirut 1988

Wie ist die Lage?
🔴 Die politische Lage im Libanon ist derzeit von Instabilität geprägt. Die Gefahr eines Zusammenbruchs quält die 5,5 Millionen Einwohner seit Jahrzehnten.
⚪ In dem religiös und kulturell zersplitterten Gebiet gibt es seit 1975 erbitterte Machtkämpfe. Der ursprüngliche Konflikt lässt sich – grob dargestellt – wie folgt beschreiben. Auf der einen Seite stand der christlich geprägte Norden des Staates. Auf der anderen Seite standen die Muslime im Süden an der Grenze zu Israel.
🟢 Im Jahr 1990 wurde zwar eine konfessionelle Parität zwischen den Akteuren erreicht. Doch die Terrororganisation Hisbollah konnte durch entschlossenes politisches und militärisches Vorgehen zur einflussreichsten Gruppe avancieren.
➡️ Heute übt der islamistische Hisbollah-Führer Nasrallah übermäßigen Einfluss aus. Der Schiiten-Mullah hält die anderen Bevölkerungsteile quasi als Geiseln. Sein Sponsor: Das religiös-fanatische Islamistenregime des Iran.
Libanon Beirut 1988
Warum dieser alte Beitrag?
💣 Trotz erheblicher Gefahren für Leib und Leben gelang es mir im Jahr 1988, als Krisenreporter mit einem Kamerateam in den Libanon zu reisen. Dort habe ich mich mit den Menschen vor Ort auf Märkten, in Schulen und auf der Straße ausgetauscht. Ich bekam auch Zugang zum Präsidentenpalast und konnte die religiöse Führung interviewen.
🎥🎤 Bei der heutigen Betrachtung meiner Reportage aus dem Jahr 1988 wird deutlich: Die Verhältnisse im Libanon haben sich nur wenig verändert.
Natürlich gibt es Unterschiede in den aktuellen Konstellationen. Doch die Bilder verdeutlichen, welche Faktoren maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der Libanon heute als gescheiterter Staat gilt.
Nimm Dir 45 Minuten Zeit. Fühle nach, wie es in Beirut war und in Teilen immer noch ist. Schau einfach mal rein! Hier klicken: BEIRUT – Reportage aus einer geschundenen Stadt (1988)
Libanon Beirut 1988 / Fotos: KI
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